Die richtige Wurfkiste – Welpenaufzucht


Welche Eigenschaften sollte eine gute Wurfkiste haben?
Egal ob man sich die Wurfkiste selber bauen möchte oder eine Wurfkiste käuflich erwerben möchte – gerade als Erstzüchter weiß man oft gar nicht, worauf man im Einzelnen achten sollte.

Die richtige Größe der Wurfkiste

Bei der Auswahl der Größe sollte man folgende Punkte beachten:
1. Viele Hündinnen sind während der Geburt “unruhig” – manche drehen sich im Kreis, andere scharren Decken, Kissen, Laken zurecht.
Das sollte also problemlos für die Hündin möglich sein.

2. Beim Säugen der Welpen liegt die Hündin meist ausgestreckt auf der Seite oder putzt währenddessen Ihre Welpen.
Sie sollte sich also entspannt ausstrecken können in der Wurfkiste – auch auf der kurzen Seite.

3.Ich sitze gerne mit in der Wurfkiste während der Geburt. Es sollte also entweder möglich sein, das vordere Brett der Wurfkiste erst nach der Geburt reinzuschieben, sodaß man guten Zugang oder bei kleineren Rassen guten Zugriff in die Wurfkiste hat ODER von vorneherein so groß geplant sein, daß man mühelos mit hineinpasst :-) Hündinnen können sich während der Geburt tolle Stellungen einfallen lassen, die es einem manchmal ganz schön schwer machen, eine Gute Sicht zu behalten :-)

4. Auch sollte man bedenken, daß die Wurfkiste ca. die ersten 2 (-4)Wochen das alleinige Zuhause der Welpen ist und die Kleinen stetig wachsen und die Bewegung  zunimmt. Und Platz für Mama muss auch noch sein.

Die Kleinen haben ganz schnell raus, wenn es Milch von Mama gibt und können sehr wuselig sein, wenn es um den Kampf der besten Zitzen geht :-)
Also Mama betritt die Wurfkiste und dann gehört schon ein wenig Talent dazu……schnell vor den Kleinen flüchten um sich dann blitzschnell zu setzten oder zu legen….denn ist man zu langsam ist die komplette Meute schon wieder unter der Mama. Dann muss Mama eine extra Runde drehen…..
Man kann es sicher nicht pauschal sagen, aber die Grundfläche sollte ausreichend groß sein und die oben aufgeführten Punkte erfüllen.

Welcher Boden für die Wurfkiste?

1. Möglichkeit:
Günstige Bretter aus dem Baumarkt und den Boden der Wurfkiste mit PVC auslegen und an den Rändern hochziehen.
Hier muss man aber darauf achten, daß die Welpen keine Angriffsflächen am Ende vom PVC haben, da es nicht lange dauern wird, bis die Welpen daran nagen…
Manche legen das PVC bis zum Distanzrahmen hoch, das geht aber nur, wenn der Distanzrahmen fest an der Wurfkiste bleibt.
Bei unserer Wurfkiste ist der Distamzrahmen zum Abnehmen, was ganz praktisch ist, wenn die Welpen größer sind und sie ihn nicht mehr brauchen.

2. Möglichkeit:
Diese Variante haben wir im Einsatz und sind damit hochzufrieden.
Vekaplan Platten aus Hart-PVC – sie sind durch ihre glatte Oberfläche perfekt abwaschbar und lassen keine Feuchtigkeit durch.
Abolut beständig und haltbar.

3. Möglichkeit
Normale Bretter aus dem Baumarkt und diese mit Öko – Klarlack behandeln, daß Sie abwischbar sind.

Auf jeden Fall soll der Boden gut sauber zu halten sein, keine Nässe durchlassen und keine giftigen Lacke oder Lasuren enthalten.

Die richtige Höhe der Wurfkiste

Sie sollte mindestens so hoch sein wie die Schulterhöhe der Hündin. Auch nicht sehr viel höher, da es Hündinnen gibt, die sich während der Geburt in einer Höhle sicher fühlen. Haben Sie so eine Hündin, so können Sie die Wurfkiste mit einem großen Tuch abdecken, sodaß nur noch vorne eine Öffnung ist. Dazu sollte die Wurfkiste nicht zu hoch sein, weil sie sonst den Höhlencharakter verliert.

Welches Material eignet sich gut für die Wurfkiste?

Über den Boden haben wir ja bereits gesprochen.
Für die Wände gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Unsere besteht aus geschliffenen Kistensperrholzplatten, damit sind wir auch sehr zufrieden.
Aber auch Leimholzplatten (Kiefer)  oder Siebdruckplatten sind geeignet sowie Spanplatten.

Distanzrahmen ja oder nein?

Ich habe anfangs immer gedacht, wozu soll der gut sein? Von der Theorie her wusste ich es zwar, aber wirklich vorstellen konnte ich es mir nicht.
Doch einmal hat sich Mama etwas zu schnell in ihre wuselige Meute gesetzt und einen Welpen fast zwischen Rücken und Kistenwand eingequetscht. Dank des Distanzrahmens konnte sich der Welpe aber sofort aus seiner “Misere” befreien. Ohne den Distanzrahmen wäre keine Luft mehr zwischen Welpe und Wand gewesen und auch ein Quietschen des Welpen wäre vielleicht nicht zu hören gewesen.

Also ein Distanzrahmen ist auf jeden Fall sinnvoll bei größeren und schwereren Rassen.
Der Distanzrahmen sollte je nach Rasse zwischen 5 und 10 cm breit sein und etwa 10-15 cm hoch.
Am besten ist es, wenn der Distanzrahmen abnehmbar ist, dann kann man ihn nach der Geburt einsetzen und wenn die Welpen größer sind auch wieder abnehmen.

Die Einstiegsseite der Wurfkiste

Dabei kann man die komplette Vorderfront als Eingang benutzen oder nur einen Eingang in die Vorderfront einbauen.

Folgende Punkte sollte die Einstiegsseite erfüllen:
– keine scharfen Kanten
– ausbruchsicher für die Welpen
– so niedrig, daß die Hündin mit ihrem Gesäuge problemlos hineinkommt.
– in der Höhe verstellbarer Eingang

Bei unserer Wurfkiste ist die komplette Vorderfront mittels schiebbaren Brettern höhenverstellbar. Je nach Größe der Welpen kann die Wand dann erhöht werden. Zusätzlich haben wir noch auf der einen Seite eine Tür, wenn die Vorderfront zu hoch wird für die Hündin, kann sie durch die Tür hinein.

Was ist zusammenfassend zu beachten bei der Wurfkiste?

– eventuell muss der Boden noch isoliert werden, auf jeden Fall sollte in die Wurfkiste keine Zugluft eindringen können.
– sie sollte auf jeden Fall gut auf- und abbaubar sein, damit man sie nach dem Wurf gut und platzsparend verstauen kann.
– der Boden sollte leicht auswischbar sein und keine Feuchtigkeit durchlassen
– ein Distanzrahmen einplanen bei größeren und schwereren Hunderassen
– ist Ihre Hündin eine sogenannte Hühlenhündin, decken Sie die Wurfkiste einfach mit einem großen Laken oder Tuch ab.
– Mindestens sollte sie so hoch sein wie die Schulterhöhe der Hündin.
– die Grundfläche der Wurfkiste sollte mindestens so groß sein, daß die Hündin sich in der Breite und auch Tiefe bequem ausstrecken kann.
– eine Wurfkiste kann auch zu groß sein – nämlich dann, wenn die Welpen sich darin verlaufen und nicht mehr zueinanderfinden.
Dann sollte die Wurfkiste für die ersten Tage noch einmal abgeteilt werden können.

Abschließend wollen wir uns noch die Frage stellen,

welcher Platz der Richtige ist für unsere Wurfkiste!?

Es sollte auf jeden Fall ein Platz sein, der der Hündin während der Geburt die nötige Ruhe lässt.
Wir sind anfänglich rund um die Uhr bei den Welpen, eine Schlafgelegenheit in der Nähe wäre also nicht schlecht. (Bei uns steht die Wurfkiste in einer ruhigen Ecke im Wohnzimmer).
Auch sollte sie so stehen, daß die Welpen keine Zugluft abbekommen.
Wir haben das Wohnzimmer als Platz gewählt, weil sie hier einerseits die notwendige Ruhe bekommen, die sie brauchen – später dann aber auch mit alltäglichen Geräuschen konfrontiert werden wie Fernseher, Staubsauger uvm.

Unsere Wurfkiste.
Auf dem Bild sieht man ganz gut die 3 hohen Wände (links in der Wand ist die Tür).
Vorn ist nur das erste kleine Brett eingeschoben, was wir zur Geburt aber komplett entfernen, sodaß der Eingang so gut wie ebenerdig ist. Je nach Größe der Welpen lassen sich so nach und nach mehr Bretter einschieben für die jeweils benötigte Größe.
Unten sieht man die weiße Vekoplan Platte, die wir an den Seitenwänden jeweils unten auch noch angebracht haben.
Auf diesem Bild ist der Distanzrahmen sehr gut zu erkennen.
Wir haben zur Befestigung Schrauben durch das komplette Brett und durch die Seitenwand. An der Seitenwand aussen haben wir das ganze mit einer Mutter angezogen.
So lässt sich der Distanzrahmen ganz leicht auf- und auch wieder abbauen.
Nun sind die Welpen groß genug und der Distanzrahmen ist weg :-)

Im Artikel “Utensilien für die Hundegeburt” erfahrt Ihr unter anderem auch, wann man die Wurfkiste aufstellen sollte und was mann alles an Utensilien für die Geburt braucht.


Dieser Beitrag wurde am 25. Februar 2014, 09:31 unter AKTUELL, GEBURT, Vorbereitung, WELPEN, WELPENAUFZUCHT verfasst. Sie können alle Antworten auf diesen Beitrag nachverfolgen mit RSS 2.0. Sie können eine Antwort, oder einen Trackback von Ihrer eigenen Seite hinterlassen.

  1. #1 von Nicole am 1. September 2014 - 21:19

    danke für die genaue beschreibung!
    mich würde weiters interessieren, wie es dann in der wurfkiste weiter geht, wenn die welpen geboren sind. wie hält man es mit der reinlichkeit ab der ersten zufütterung? ich nehme an, die welpen entleeren sich in der wurfkiste? (obwohl es ja heißt, sie würden ihren schlafplatz nicht verschmutzen). „reinlichkeitserziehung“ ab wann und wie und vor allem welpengerecht?
    wäre sehr dankbar über jede informationen dazu.
    und: diese seite ist einfach spitze!!!
    lg,
    Nicole

  2. #2 von Frank Winkler am 18. November 2014 - 19:19

    Erstmal Super Seite
    meine Frage geht nur um die grösse der Box.wir haben eine Bordeauxdogge und wen sie sich wohlfühlt im Bett ist sie knapp Einmeter Achtzig lang oder Breit (wie sie gerade liegt).Also müsste ich die Kiste mit Quetschrahmen über zwei Meter bauen(Clever mit dem Rahmen).was habt ihr in der Kiste zum Boden.Matratzen oder nur zig Tausend Schmuse Decken.
    Mfg Frank
    Ps.erstmal Danke fange gerade die Fünfte Wurfkiste an weil es den Damen nicht passt(liegt am Design).lieber noch ein Kind.
    Weiber

  3. #3 von Perta am 19. März 2015 - 09:43

    Ist ein wirklicih super Beitrag. Wenn man sich ihn aufmerksam durchgelesen hat dürfte die Wahl für die richtige Wurfkiste nicht mehr schwer fallen. Vielen Dank für deine Mühe und diesen tollen Post.

    Gruß,
    Petra

  4. #4 von Granny's Rose am 2. Februar 2016 - 00:22

    Vielen Dank für den hervorragenden Beitrag. Vor allem das Bild der Wurfbox ist toll, denn man bekommt eine Idee, wie man einen großen Einstieg realisiert, durch den man beider Geburt bei Bedarf gut assistieren kann.

    Liebe Grüße
    Kooikerhondje of Granny’s Rose

  5. #5 von Daniela Rudolf am 25. Januar 2017 - 18:14

    Hallo!

    Ich finde den Beitrag toll und ein Freund hat mir eine Wurfkiste genau nach Ihren Angaben gebaut. Für einen Chichi sicherlich zu groß , aber ich wollte auf Nummer sicher gehen.

    Ich hätte allerdings noch eine Frage.
    Ich habe einen zweiten Hund, eine kleine Mischlingsdame. Ich wollte fragen ob sie vor der Geburt mit in die Wurfkiste darf und ab wann ich sie mit den kleinen Stinkern bekannt machen darf. Sie ist sehr verspielt trotz ihres Alters (11 Jahre) und wird die Kleinen sicherlich lieben…

    Vielen Dank schon jetzt für Ihre Mühe!!!

(wird nicht veröffentlicht)