Anzeichen der bevorstehenden Geburt bei der Hündin


Mit der Hündin auf die Geburt wartenEine Freundin erwartet gerade ihren ersten Wurf und ist natürlich unendlich nervös und hibbelig.
Woran merke ich, daß es losgeht? Worauf muss ich achten? Was kann ich tun?
Diese und viele Fragen mehr schießen einem sekündlich durch den Kopf.
Wird alles gut gehen?
Wir wollen uns heute also mit den Anzeichen einer bevorstehenden Geburt beschäftigen.
Woran merke ich, daß die Geburt unmittelbar bevorsteht oder ob sie noch ein wenig auf sich warten lässt?

Jede Geburt ist anders und einzigartig, trotzdem kann man im Regelfall an ein paar Dingen erkennen, daß es bald losgeht, aber trotz allem sind es nur ein paar Hinweise, die auf den kurzfristigen Beginn der Geburt hindeuten (können)
Die Theorie besagt, die Geburt findet 63 Tage nach dem Decken statt. Dieser Termin wird auch in den meisten Fällen, von einer durchschnittlichen Wurfgröße ausgehend, eingehalten. Bei kleineren Würfen oder Einlingen verlängert sich die Tragzeit, bei großen Würfen findet die Geburt auch oft schon um den 60ten Tag statt.
Viel länger als den 63ten Tag abwarten ohne jegliche Geburtsanzeichen sollte man allerdings nicht, ohne den Tierarzt duchchecken zu lassen.

Aber was sind nun erste Anzeichen, daß sich die bevorstehende Geburt ankündigt?

  1. Futterverweigerung

    Ein Zeichen, was bei uns eigentlich immer zutrifft. Unsere Neufundländer sind sehr gute Fresser, sind nicht mäkelig und haben eigentlich  immer Hunger 🙂 Also würde ich ihnen 5x am Tag was zu Fressen geben, sie würden es nicht verweigern 😉
    Anders ist es aber, wenn es mit der Geburt wirklich bald los geht,  dann wird meist erst die Nase gerümpft, um dann aber doch noch ein wenig widerwillig zu fressen. Die nächste Mahlzeit wird dann meistens gar nicht mehr angerührt.
    Für mich ein wirklich untrügliches Zeichen, daß es nun nicht mehr lange dauern kann und ich die Hündin nicht mehr aus den Augen lasse, auch wenn es noch 12 Stunden dauern kann, bis es losgeht.
    Das heißt natürlich im Umkehrschluß, so lange die Mutterhündin ihre Portion noch mit (großem) Appetit frisst, wird es mit der bevorstehenden Geburt noch dauern.

  2. Zunehmende Unruhe

    Während die meisten Hündinnen die Woche vor der Geburt eigentlich mit Schlafen, Schlafen, Schlafen und Fressen verbringen und die Ruhe selbst sind, man beim Aufbruch zu den täglichen Spaziergängen böse Blicke a la „Muss das jetzt sein?“ erntet….ändert sich das Verhalten je näher die Geburt rückt.
    Die Hündin läuft mehr umher, legt sich, um nach ein paar Minuten festzustellen, das ist der falsche Platz und sucht sich den nächsten Platz.
    Je näher die Geburt rückt, umso unruhiger wird sie.

  3. Kontaktsuche

    Unsere Neufundländer sind immer um uns herum, wenn es das Wetter zulässt, steht die Haustür auf und sie können sich frei von drinnen nach draußen bewegen.
    In der Zeit der „zunehmenden Unruhe“ ist die Hündin eher mit sich selbst beschäftigt, wenn es wirklich losgeht und nicht mehr lange dauert, so merke ich sehr oft, daß die Hündin meine Nähe extrem sucht, so nach dem Motto „Irgendwas passiert gerade, lass mich nicht allein“. Dazu kommt ein Blick, der genau das Verhalten untermauert.
    Ganz oft war es schon so, daß dann wirklich kurze Zeit später die ersten Presswehen eingesetzt haben und der erste Welpe das Licht der Welt erblickt hat.
    Bei Hündinnen, die vor ihrer ersten Geburt stehen, kann das allerdings auch schon früher auffällig sein, da ja alles neu für sie ist und sie auch schon mit Einsetzen der Eröffnungswehen dieses Verhalten zeigen kann.
    Allerdings sind die Hündinnen in dieser Zeit auch oft schwerer ansprechbar und wirken abwesend, so sehr sind sie mit sich und ihrem Körper beschäftigt.

  4. Zunehmendes Hecheln

    Woran merken wir, daß die Eröffnungswehen eingesetzt haben? Zweitweiliges Hecheln (nicht permanent) sind ein äußeres Anzeichen, daß die Eröffnungswehen eingesetzt haben.
    Die Eröffnungsphase kann bei Erstlingshündinnen bis zu 36 Stunden dauern, ansonsten dauert sie zwischen 6 und 18 Stunden.
    Das Hecheln nimmt in dieser Zeit an Intensivität zu und auch die Zwischenabständer werden geringer, dazu „schluckt“ die Hündin vermehrt, wie als wenn sie etwas im Hals stecken hat, was sie runterschlucken möchte.

  5. Ausfluss / Häufigeres Belecken

    Viele Hündinnen zeigen vermehrt Ausfluss, wenn sie kurz vor der Geburt stehen. Die Geburtswege werden so geschmeidig gemacht, sodaß der erste Welpe den Geburtskanal besser passieren kann.
    Durch den vermehrten Ausfluss, der im Normalfall „klarer und/oder milchiger Schleim“ ist, bis die Geburt richtig los geht oder die Fruchtblase platzt, belecken sich viele Hündinnen nun noch intensiver.

  6. Lagersuche / Loch buddeln

    Ein Punkt, der auf manche Hündinnen mehr zutrifft, als auf andere. Viele Hündinnen beginnen schon viele Tage vor der Geburt sich auf die Suche nach dem passenden Wurflager zu begeben. Dies ist dann meist im Garten ein Örtchen, der uns Menschen so gar nicht gefällt (unter dem Rhododendronstrauch, auf dem schön gepflegten Rasen unter einem Baum oder eine Stelle, die für uns kaum zu erreichen ist). Dort fängt sie dann an, riesige Löcher zu buddeln. Mit Glück hat man eine Hündin, die es bei einem Loch belässt, andere „bauen“ gleich mehrere Krater.
    Man soll die Hündin im übrigen bei ihrer „Suche“  so wenig wie möglich „abhalten“, denn es ist ihr natürlicher Instinkt, einige Tage vor der Niederkunft ein passendes Lager für ihre Welpen zu suchen.
    Aber wie bereits geschrieben, ist dieses Verhalten von Hündin zu Hündin unterschiedlich ausgeprägt. Manche fangen damit erst mit Beginn der Eröffnungswehen an, andere schon eine Woche vorher und intensivieren es zur Geburt hin.

  7. Temperaturkontrolle

    Ein Punkt, dem ich zugegebenermaßen sehr skeptisch gegenüber stehe und der mir noch nie verlässliche Werte geliefert hat.

    Ich mache es vor jeder Geburt wieder, aber nie zeigte mir die Temperatur den Beginn der Geburt an.

    Ich kenne aber einige Züchter, die darauf schwören.

    Und zwar geht es darum, daß die Temperatur der Hündin zum Ende der Trächtigkeit um bis zu 2° Grad fällt. Das Progesteron, welches die Trächtigkeit die ganze Zeit aufrecht erhalten hat sinkt zum Ende der Tragzeit und leitet so die Geburt ein. Mit dem Sinken des Progesterons sinkt auch die Körpertemperatur der Hündin. Die Theorie besagt, daß die Temperatur etwa 12-24 Stunden vor der Geburt ihren Tiefststand erreicht. Dieser liegt dann bei ca. 36,8 ° C.

    Dazu muss man natürlich erst einmal die Normltemperatur der Hündin wissen, also beginnt man schon ca. 1 Woche vorher 2x täglich die Temperatur zu messen.

    Zum Ende hin dann regelmäßig alle 4 Stunden messen, um den Tiefststand nicht zu verpassen.

    In allen meinen Aufzeichnungen hatte ich nie einen 2°C Unterschied, oftmals um etwa 1° C, aber das wie gesagt die letzten Tage vor der Geburt des öfteren.

    Auch war noch nie einer unserer Neufundländer unter 37,0 °C …..aber wie bereits geschrieben, es gibt Hündinnen, die verlässlichere Werte zur Verfügung stellen 🙂

    Aber allein auf dieses Kriterium würde ich mich  nicht verlassen.

    Jedenfalls steigt die Temperatur dann unmittelbar vor der Geburt wieder auf Normaltemperatur

  8. Senkwehen

    Mehrere Tage vor der Geburt hat die Hündin bereits sogenannte Senkwehen.

    Diese Senkwehen zeigen bei den meisten Hündinnen viele Anzeichen einer bevorstehenden Geburt in abgeschwächter Form. Unruhe, Hecheln und Aufsuchen der Bezugsperson.

    Das ganze passiert so ca. 8 – 10 Tage vor der Geburt und kann sich 2-3 Tage vorher nochmals wiederholen. Kommt die Hündin wieder zur Ruhe, sieht man (wenn die Hündin nicht nur 1 oder 2 Welpen trägt), wie sich der Babybauch gesenkt hat und nun mehr unten „hängt“, die Hündin sieht von oben nicht mehr so breit aus. Im Bereich der Flanken sieht sie oftmals „eingefallen“ (je größer der Wurf, desto mehr) aus.

    Vielen Dank an Gugi für den guten Hinweis in den Kommentaren.

Aus unserer Erfahrung heraus, gibt es mindestens einen falschen Alarm, wo man denkt jetzt geht es los und kurze Zeit später legt sich die Hündin zu einem gemütlichen Nickerchen 🙂
Aber wenn die Geburt wirklich losgeht,……………… merkt man den Unterschied 🙂


Dieser Beitrag wurde am 3. März 2011, 16:13 unter AKTUELL, Anzeichen, GEBURT verfasst. Sie können alle Antworten auf diesen Beitrag nachverfolgen mit RSS 2.0. Sie können eine Antwort, oder einen Trackback von Ihrer eigenen Seite hinterlassen.

  1. #1 von Gugi am 10. März 2011 - 09:30

    Dieser Beitrag deckt sich völlig mit meinen Erfahrungen, eine Anmerkung sei mir denoch erlaubt:
    8-10 Tage vor der Geburt und eventuell auch noch mal 2-3 Tage vorher zeigen die meisten Hündinnen in abgeschwächter Form die Anzeichen einer bevorstehenden Geburt, wie Hecheln, Unruhe, Suche nach Nähe zur Bezugsperson. Nämlich wenn die Hündin die sogenannten Senkwehen hat. Kommt die Hündin dann wieder zur Ruhe, erkennt man, dass der Babybauch „runtergefallen“ ist, weil sich die Mutterbänder gelängt haben.
    Einige Jungzüchter haben mich deshalb schon völlig erschrocken kontaktiert, weil sie es für den Beginn der viel zu frühen Geburt hielten.
    Danke für den in meinen Augen sehr wertvollen Beitrag.

  2. #2 von Daniela am 10. März 2011 - 09:56

    @ Gugi
    Herzlichen Dank für diesen hilfreichen Kommentar.
    Ich habe es noch unter Punkt 8 im Artikel hinzugefügt.

  3. #3 von Liane am 24. August 2011 - 08:15

    Vielen Dank für die große HIlfe, bin schon sehr aufgeregt, unsere Hundedame (Neufundi/Goldi) wird zum 1. mal Mama von unserem Neufundi, freue mich schon riesig, und bin gespannt, wie das alles ablaufen wird, sie ist jetzt schon die ganze Zeit sehr anhänglich, und durch die große Hitze natürlich auch erschöpft. Wir rechnen so in den nächsten 4-5 Tagen mit der Geburt.

  4. #4 von Kleitz uwe am 11. November 2012 - 20:00

    Stimmt war bzw. ist gerade wieder bei uns auch so.Jetzt hält sie uns richtig auf Trapp.

  5. #5 von jana am 26. Mai 2013 - 22:46

    meine bernersennen-hündin steht jetzt kurz vor der Geburt,eigentlich erst ende der kommenden Woche,aber seit heute nachmittag ist sie extrem auffällig. bin nur irritiert-weil ihre Temperstur steigt.
    Ein Anruf bei Tierarzt brachte mir die Auskunft,das es da jetzt wohl auf die Geburt zu geht. Viele andere sagen,die Temperatur würde sinken. kann mir da jemand helfen?

  6. #6 von jenny zeitz am 27. Januar 2015 - 19:34

    Huhu meine hündin 60.tag trächtig..
    ist am 30.1.15 ausgerechnet. . Hat seid 2-3 tagen aber schon beim urinieren schleimKreislauf anzutreuben . aber noch kein hecheln und temperatur auch immer von 37,6-37,3
    scharren in der box auch schon mehr .. sitze auf glühenden kohlen ..:-D war heute mit ihr ne größere runde spazieren um Kreislauf anzutreiben
    .. meint ihr ich muss einfach gedult haben ?

  7. #7 von jenny zeitz am 27. Januar 2015 - 19:35

    Sorry da ist der text gesprungen .. 🙂

  8. #8 von Olivia Schwartz am 12. Juni 2017 - 14:55

    Hallo,
    ob meine Hündin scheinschwanger oder trächtig ist, wird sich wohl in den nächsten 2 Wochen zeigen. Die beiden hiesigen Tierärzte (Portugiesische Insel) verfügen weder über Röntgen noch über Ultraschall. Welpen konnten nicht gefühlt werden bisher, was aber nichts zu sagen hat.
    Vielen Dank für Ihre ausführlichen Beschreibungen zu Scheinschwangerschaft und die bevorstehende Geburt, auf die wir uns vorsichtshalber vorbereiten. Die Anzeichen sind da, wie Ausfluss, Nest bauen und hohes Schlafbedürfnis.
    Unsere Hündin war läufig, als wir sie ausgehungert und völlig verzeckt auf der Straße fanden und spontan adoptierten. Sie ist genau 9 Wochen bei uns. Mein Mann hat das mit der Läufigkeit leider unterschätzt (völlig unerfahren mit Hunden) und sie mal kurzzeitig draußen vor einem Geschäft angebunden gehabt. Eine Vereinigung mit einem anderen Rüden haben wir jedoch nicht gesehen.

(wird nicht veröffentlicht)