Gelbkörperschwäche bei der Hündin


In manchen Rassen kommt die Gelbkörperschwäche, auch Gelbkörperinsuffizienz genannt, gehäuft vor. Vor allem der Deutsche Schäferhund, aber auch Berner Sennenhund, Neufundländer und britische Hütehunde zählen zu den Rassen, die damit häufiger ein Problem haben.

Der Gelbkörper produziert das Hormon Progesteron, welches für eine Aufrechterhaltung der Trächtigkeit lebenswichtig ist.
Bei einer Gelbkörperschwäche produziert der Gelbkörper nicht mehr genügend Progesteron und es kommt zu einem unerwünschten Abfall der Progesteronkonzentration.
Die Folge sind ein Trächtigkeitsabbruch, die Resorbtion einzelner oder aller Föten.

Doch was genau ist eine Gelbkörperschwäche? Was kann sie für Auswirkungen haben? Was kann ich dagegen tun?

Was passiert im Normallfall?

Der Gelbkörper bildet sich nach dem Eisprung (Ovulation).
Zum Zeitpunkt des Eisprungs hat die Hündin einen Progesteronwert zwischen 4 und 10 ng/ml. Dieser steigt in den nächsten 30 Tagen normalerweise auf über 25 ng/ml. (15 – 85 ng/ml).
Im letzten Drittel der Trächtigkeit fällt der Progesterongehalt auf ca. 4 – 16 ng/ml ab und bleibt dann für ca. 20 Tage so.
Bis zum 60. Tag verläuft es bei nahezu allen Hündinnen, egal ob tragend oder nicht tragend, identisch.
Allerdings sieht man bei tragenden Hündinnen einen plötzlichen, drastischen Abfall des Progesterons auf unter 2 ng/ml kurz vor der Geburt, die Geburt wird so eingeleitet.

Was passiert bei einer Gelbkörperschwäche?

Bei einer Gelbkörperschwäche fällt die Progesteronkonzentration ab. Dies geschieht bei tragenden Hündinnen meist zwischen dem 20. und 35. Trächtigkeitstag. Normalerweise beträgt der Progesteronwert in dieser Zeit über 25 ng/ml.
Bei tragenden Hündinnen mit Gelbkörperschwäche fällt er oft unter 2 ng/ml.
Die Folge davon sind die Resorbtion einiger oder aller Föten.
Häufig überleben aber einige Föten den Progesteronabfall und werden lebensschwach geboren.

Was ist charakteristisch für eine Gelbkörperschwäche?

– kurze Zyklusintervalle ( kleiner als 5 Monate)
– Vielfrüchtigkeit im Ultraschall, es werden aber keine oder viel weniger Welpen ausgetragen
– Wenn zwischen Tag 10 und Tag 30 nach dem Decken der Progesteronwert über 20 ng/ml, zwischen Tag 30 und Tag 45 über 5 ng/ml und danach bis Tag 58 über 1,5 ng/ml liegt, kann man eine Gelbkörperschwäche ausschließen.

Ist Gelbkörperschwäche erblich?

Es gibt Hinweise auf eine genetische Grundlage.
Im Internet habe ich hierzu einen Vortrag gefunden: „Gelkörperinsuffizienz – nur ein reproduktiosmedizinisches oder auch ein genetisches Problem“ von Irene Sommerfeld-Stur


Dieser Beitrag wurde am 21. Februar 2011, 19:47 unter AKTUELL, LÄUFIGKEIT, Leerbleiben verfasst. Sie können alle Antworten auf diesen Beitrag nachverfolgen mit RSS 2.0. Sie können eine Antwort, oder einen Trackback von Ihrer eigenen Seite hinterlassen.

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